Wanderweg:Birkenhainer Straße, Südhessen
Teilstrecke:komplett
Dauer / Streckenlänge:3 Tage, 75 km
Streckenbeurteilung:Wanderung
Wasser für den Hund:Gibt es ausreichend
Die Wanderung mit Hund istEmpfehlenswert
Homepages zum Wanderweg:www.naturpark-spessart.de/Freizeit/Kulturrundwege/KBirkenhainer1/kbirkenhainer1.html

Weiter Informationen zum Wandern mit Hund:
Anreise: Sowohl Hanau, als auch Gemünden am Main verfügen über einen Bahnhof. Vom Hanauer Hauptbahnhof zum Startpunkt muß man allerdings noch mit dem Bus fahren und zwar zunächst vom Hauptbahnhof zum Freiheitsplatz. Dahin verkehren Busse der Linie 7 und 16 alle paar Minuten, dann umsteigen in die Linie 6 bis Hanau-Grossauhem, Am Neuwirtshaus.

Übernachtungen: Bayerischer Hof, Geiselbach und Pension Schönblick, Frammersbach, keine Luxushäuser aber mit allem Komfort den man braucht und sehr freundlichen Wirtsleuten. (Voranmeldung empfehlenswert). Sicher gibt es noch andere Nachtquartiere, deren Wirte mir verzeihen mögen, aber das waren die Gasthäuser, in denen ich Unterkunft fand.

Verpflegung (und Hundefutter sowieso) sollte man mitnehmen. Es gibt zwar drei - vier Ausflugslokale am Wegrand. Bekanntlich kommen die immer dann in Sicht, wenn man gerade weder Hunger noch Durst verspürt. Wenn man jedoch eine Pause nötig hat, ist keine Gaststätte weit und breit oder – noch schlimmer – sie hat geschlossen.

Wasser für den Hund ist nicht unbedingt erforderlich. Ausnahmen bestehen bei sehr trockenen Sommern oder Hunden mit empfindlicher Verdauung. Überall am Wegrand gibt es saubere Rinnsale und Tümpel. Da jede Industrie und Landwirtschaft weitab liegt habe ich keine Bedenken wegen diesbezüglicher Verschmutzungen.

Anleinen? Sagen wir mal so: Ich habe in den drei Tagen mehr Rehe, Eichhörnchen und Karnickel gesehen als Menschen. Prüfe also ein jeder selbst seinen Hund und sein Gewissen.

Sonstige Ausrüstung: Als Futternapf benutze ich eine kleine Plastikschüssel, die man für ein paar Cent in jedem Supermarkt bekommt. Außerdem nahm ich ein altes Handtuch mit, um meinen Hund wenigstens vom groben Schmutz zu befreien (die Wirtsleute danken es einem).


In dieser Woche habe ich Montag, Dienstag und Mittwoch benutzt um mit meiner Collie-Mischlingshündin Perla von West nach Ost quer durch den Spessart zu wandern. Wir sind der Birkenhainer Straße gefolgt. Das sind die Reste einer alten Handelsstraße, die früher Franken mit dem Großraum Frankfurt verband. Wenn man die einschlägigen Suchmaschinen im Internet mit den Begriffen „Spessart“ und „Birkenhainer Straße“ füttert, springen einige tausend Seiten auf, daher will ich mir langatmige Wegbeschreibungen sparen. Mit einer Straße im heutigen Sinn hat der Weg nichts zu tun. Man läuft rd. 75 km auf Waldwegen von Hanau nach Gemünden am Main ohne eine Ortschaft zu durchqueren und insgesamt nur ein paar hundert Meter auf Asphalt. Ein Gutteil folgt die „Straße“ der ehemaligen Grenze zwischen Preußen und Bayern, immer noch erkenntlich an den alten Grenzsteinen aus Sandstein, die auf der südlichen Seite ein eingemeißeltes KB tragen und nordwärts KP für Königreich Bayern bzw. Königreich Preußen.

Der Weg ist über die ganze Länge mit dem Buchstaben B so vorbildlich markiert, daß man fast ohne Karte auskommt (Stand Mai 2006). Spaß beiseite, eine Karte sollte man auf jeden Fall mit sich führen und des Kartenlesens so kundig sein, daß man sie nicht mit einem Schnittmusterbogen oder einem Schaltplan verwechselt :-) . Wanderkarten von nördlichen Spessart gibt’s von den Verlagen Fritsch und Ravenstein. Wenn sie der örtliche Buchhandel nicht beschaffen kann, kann man sie auch vom Spessartbund (www.spessartbund.de) beziehen.

Am Montag marschierten wir also am Neuwirtshaus in Hanau-Grossauheim los. Unser Tagesziel war das rd. 18 km entfernte Geiselbach, das wir in vier Stunden erreichen wollten. Leider hatten wir gleich rechtes Pech mit dem Wetter. Nach kaum einer viertel Stunde begann es zu regnen. Der Regen begleitete uns mit wechselnder Heftigkeit bis zu unserem Etappenziel. Leute, Ihr wißt wie ein langhaariger Hund aussieht, der einen halben Tag im Dauerregen durch schlammige Waldwege gepatscht ist! Es hätte mich nicht gewundert, wenn uns die Aufnahme im Gasthaus verweigert worden wäre, ungeachtet der Tatsache daß ich vorgebucht hatte.

Im „Bayerischen Hof“ in Geiselbach wurden wir jedoch sehr freundlich empfangen. Bei den Wirtsleuten, der Familie Dedio, handelt es sich selbst um passionierte Hundebesitzer. Obwohl das Restaurant montags Ruhetag hat ließ es sich die Wirtin nicht nehmen, mir eine vorzügliche Hausmacher Wurstplatte zu servieren.

Am anderen Morgen sah die Welt wieder freundlicher aus. Kleidung und Schuhe waren wieder halbwegs trocken, die Sonne lachte und nach dem Frühstück ging es an die mit 30 km längste Etappe. Am Wiesbüttsee wollte ich die Birkenhainer Straße Richtung Südost verlassen, um in Frammersbach die nächste Nacht zu verbringen. Hier kamen wir am späten Nachmittag auch wohlbehalten an und fanden in der Pension Schönblick freundliche Aufnahme. Das Restaurant hat leider dienstags Ruhetag, sodaß wir insofern wieder Pech hatten. Der Wirt bot mir auch hier eine Wurstplatte an. Sosehr ich eine kräftige Vesper zu schätzen weiß, zweimal hintereinander war denn doch zuviel und so verköstigte ich mich im Ort, was bei der Auswahl an Gasthäusern nicht schwergefallen ist.

Am letzten Tag der Tour ging es wieder bergauf in nordöstlicher Richtung. Bei der Bayerischen Schanze, der ehemaligen bayerisch-preußischen Grenzstation und heute Ausflugslokal, wollte ich wieder auf das schon vertraute B treffen. Mit einigen kleinen Umwegen gelang das auch und wir hatten mit rd. 500m den höchsten Punkt des Marsches erreicht. Ab da begann dann der in meinen Augen landschaftlich reizvollste Teil und nach insgesamt 25 km hatten wir Langenprozelten am Main erreicht. Die letzten drei – vier Kilometer nach Gemünden schenkten wir uns, da die Route dann nur noch durch besiedeltes Gebiet am Mainufer entlangführt. Dort holten uns dann meine Frau und unser kleiner Hund mit dem Wagen ab und erschöpft aber glücklich ging es heim.

Für Detailfragen und GPS-Daten stehe ich gerne zur Verfügung.

Ein Beitrag von Rudi Schmitt.





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