Wanderweg:Tiroler Höhenweg, Österreich und Italien
Teilstrecke:Teilstrecke: Mayrhofen bis St. Anton
Dauer / Streckenlänge:7 Tage, knapp 9000 Höhenmeter und ca.140km
Streckenbeurteilung:Wanderung
Wasser für den Hund:Muss mitgenommen werden
Die Wanderung mit Hund istEmpfehlenswert
Homepages zum Wanderweg:www.eisacktal.info
Weiter Informationen zum Wandern mit Hund:
Dieser Weg ist für konditionsstarke, schwindelfreie und trittsichere
Vierbeiner und Herrchen ein absoluter Genuss!

Da der Weg vor allem am Anfang über rauhen Fels und Geröll mit
spitzen Kanten führt, sind Hundeschuhe mit Gummisohle sehr
empfehlenswert (für kleine, leichte Hunde eignen sich auch aus
selbstklebendem Verband gebastelte Socken).

Den Pflerscher Höhenweg vom Obernberger See zur Italienischen
Tribulaunhütte haben wir umgangen, indem wir über die Österreichische
Tribulaunhütte zur Italienischn T. gewandert sind (landschaftlich ebenfalls sehr reizvoll)

Alle Unterkünfte, die wir angefragt haben waren sehr Hundefreundlich.
Die Hunde durften sogar in den Berghütten mit aufs Zimmer!

Eine Unterkunft, die ich wärmstens empfehlen kann, ist das Haus Alpögger
in St.Anton. Die freundliche Art und die Kochkünste von Frau Alpögger werden
und noch lange in Erinnerung bleiben!


Und hier der Ausführliche Wanderbericht:

1.Tag
Mayrhofen (Bus) - Schleigeisspeicher - Pfitscher Joch - Europahütte
Voller Vorfreude steigen wir mit unseren beiden Hunden (Labrador Tim und Fox-Terrier Jasmin) am frühen Morgen in den Bus, der uns zum Schlegeisspeicher führt. Nach der langen Anreise freuen wir uns, dass es endlich losgeht. Sogar Tim sieht grosszügig über seinen schweren Rucksack hinweg (er muss sein Futter für die nächsten 7 Tage selbst tragen!) und düst los. Der Beginn ist gemütlich, mit sanfter Steigung geht es zuerst am See und dann am Bergbach entlang durch ein schönes Tal zur Lavitzalm. Nun wird es steiler, aber schon bald sind wir auf dem Pfitzer Joch und machen bei den Jochseen Mittagsrast. Der weitere Weg folgt dem Landshuter Höhenweg mit wunderschönen Ausblicken auf die benachbarten Berge. Der Weg liegt auf der Südseite und schon bald hecheln die Hunde um die Wette, aber glücklicherweise treffen wir zweimal auf einen Bach. Müde kommen wir am späteren Nachmittag in der wunderschön gelegenen Europahütte an. Die Hüttenwartfamilie ist sehr (Hunde-)freundlich und da neben dem Massenlager noch ein Zimmer frei ist, dürfen die Hunde sogar mit aufs Zimmer.


2.Tag
Europahütte - Wolfendorn - Brennerpass - Sattelbergalm
Heute steht uns einer der längsten aber auch schönsten Tage bevor. Zuerst bleiben wir auf der Höhe. Der Weg führt mal etwas unterhalb, mal direkt auf dem Grat durch eine steinige Landschaft (spätestens ab hier sind gute Bergschuhe unverzichtbar!). Zwischendurch gibt es auch leichte Kletterpartien. Unsere Hunde sind dies jedoch schon gewohnt und mit etwas Hilfe kommen sie überall durch. An einem kleinen Bergsee machen wir Mittagsrast. Danach geht es weiter dem Wolfendorn entgegen. Bei der Abzweigung entscheiden wir uns dafür, den Wolfendorn nicht zu besteigen, da die heutige Etappe noch lang ist. Auf einem sehr schmalen Weg geht es nun bergab. Langsam taucht die Vegetation wieder auf, und es wird immer grüner, aber auch heisser. Eine Pet-Flasche verhilft uns an einem eiskalten Bergbach zu einer erfrischenden Dusche. Auf dem Brennerpass angekommen, erleben wir einen krassen Gegensatz. Den ganzen Tag sind wir fast niemandem begegnet und haben die wunderschöne Natur genossen. Nun treffen wir gleichzeitig auf ein Tourismus- Dorf, Eisenbahn und Autobahn. Schnell überqueren wir deshalb die Strasse und verlassen den Trubel gleich wieder Uns steht noch einmal ein anstrengender Anstieg bevor, denn unser Ziel, die Sattelbergalm liegt 300m höher. Der Weg führt durch einen schönen Bergwald, zwischendurch finden wir Heidelbeeren und schon bald hört man den Lärm vom Brenner nicht mehr. Im Gasthof Sattelbergalm werden wir freundlich empfangen, auch hier dürfen die Hunde mit aufs Zimmer. Als krönender Abschluss eines unvergesslichen Tages gibt es ein herrliches Abendessen mit Grilladen und verschiedenen Salaten.


3.Tag
Sattelbergalm - Hoher Lorenzenberg - Obernberger See
Heute geht es zuerst Bergauf, doch als wir direkt neben dem Weg Eierschwämme (Pfifferlinge?) finden, sind die Strapazen vergessen und schon nach kurzer Zeit geniessen wir auf dem Sattelberg die schöne Aussicht. Der Charakter der heutigen Wanderung ist völlig anders als gestern. Über sanft geneigte Bergweiden geht es immer der Grenze nach über den breiten Grat. Zwischendurch treffen wir auf sehr kleine Seelein, wo die Hunde baden können. Vom hohen Lorenzenberg sehen wir unser heutiges Ziel, den Obernberger See. Nun geht es nur noch bergab. Doch da der kühle Wind fehlt, der uns den ganzen Tag auf dem Grat begleitet hat, wird es richtig heiss. Als wir beim See ankommen, rennt Tim los, um zu baden. Ich renne schreiend hinterher, da er immer noch seinen Rucksack mit dem Futter trägt, doch es ist zu spät. Mitsamt Gepäck stürzt er sich in den See und schwimmt genüsslich eine Runde. Der Hund ist erfrischt, doch das Futter ist nass! Zum Glück machen wir morgen einen Ruhetag und können das Futter trocknen lassen. Das letzte Stück bis zum Gasthaus geht gemütlich am See entlang. Das Gasthaus am Obernberger See haben wir zweiseitig erlebt. Das Essen ist spitze und die Wirtsfamilie sehr nett. Jedoch die Zimmer und auch die Einrichtung sind und renovierungsbedürftig. Auch der Gang zu den Zimmern ist sehr speziell. Er ist vollgestellt mit ausgestopften Tieren und weiteren Jagdtrophäen. Für uns als Tierfreunde wirkt das nicht gerade einladend.


4.Tag
Ruhetag
Heute schlafen wir aus. Nach dem Frühstück suchen wir uns einen schönen Platz am See und verbringen die Zeit mit lesen, schlafen und baden.

5.Tag
Obernberger See - Gstreinjöchl - Gschnitzer Tribulaunhütte
Der Tag fängt gemütlich an. Sanft ansteigend führt der Weg durch Gebüsch und über Schuttstromablagerungen ins Hinterenns Tal. Dort wird es wieder anstrengend. Es geht in unzähligen Serpentinen steil bergan. Zuerst durch Buschwerk, dann über Weiden und zum Schluss durch eine Geröllhalde dem Gstreinsjöchl entgegen. Als ich so in Gedanken versunken ansteige, höre ich plötzlich ein Zischen. Da wo Tim gerade noch durchspaziert ist, liegt eine Kreuzotter auf dem Weg! Als ich stehenbleibe, flieht sie ins Gras. Kurz vor dem Gstreinsjöchl schlägt das Herz eines jeden Gesteinsliebhabers höher. Die Geröllhalde besteht aus "unreinen" Marmoren. Das bedeutet, der Quarzanteil der metamorphen Kalke wurde in die verschiedensten Mineralien umgewandelt. Die Gesteine sind in unterschiedlichen Farben gebändert und diese Bänderung wurde wiederum verfaltet. Da wir aber noch einen weiten Weg vor uns haben, und der Rucksack ohnehin schon schwer ist, können wir keine Steine mitnehmen. Schade! Vom Gstreinsjöchl aus, sehen wir schon unser heutiges Ziel, die Gschnitzer Triblulaunhütte. Nun ist Trittsicherheit gefragt. Der Weg führt durch eine felsige Stufe steil bergab. Doch die Steilheit hat auch ihren Vorteil. Schon bald stehen wir vor der Hütte, wo wir von der Hüttenwartin und ihrer Mutter freundlich empfangen werden.


6.Tag
Gschnitzer Tribulaunhütte - Sandjöchl - Italienische Tribulaunhütte
Nach einem gemütlichen Frühstück geht es durch Geröllhalden dem Sandjöchl entgegen. Zwischendurch muss man etwas aufpassen weil noch Schnee liegt aber schon nach einer Stunde sind wir auf dem Pass und blicken auf unser heutiges Ziel hinab. Die italienische Tribulaunhütte liegt eindrücklich an einem Bergsee unter dem namensgebenden Felszahn aus Dolomit. Nun noch eine halbe Stunde bergab, und wir können in der Tribulaunhütte eine feine Suppe geniessen.


7.Tag
Italienische Tribulaunhütte - Weisswandspitze - Magdeburger Hütte - St. Anton
Diese Etappe bildet zusammen mit der 2.Etappe den Höhepunkt der Tour (Wenn man es gern steinig hat!). Heute werden die Hundeschuhe schon zu beginn angezogen, der Weg führt durch Fels und Geröll, immer ungefähr der Gratlinie entlang zur Weisswandspitze. Dann geht es ausgesetzt, aber nie besonders gefährlich, links an der Weisswandspitze vorbei (ein Abstecher von S auf den Gipfel ist signalisiert und dauert etwa eine halbe Stunde). Kurz vor der Magdeburger Hütte, bei einem schönen, verlandenden See machen wir Mittagsrast, während die Hunde das Baden geniessen. Danach folgt noch der anstrengende Teil, 1200 Höhenmeter hinunter bis nach St.Anton. Doch der Weg wird uns mit Heidelbeeren versüsst. Ausserdem finden wir wieder viele Pilze, die wir am Abend trocknen werden. In St.Anton werden wir im Haus Alpögger herzlich empfangen. Frau Alpögger kocht uns ein unvergessliches Abendessen. Diese Pension kann ich jedem wärmstens empfehlen! In St.Anton beenden wir unsere erlebnisreiche Wanderwoche.


Für die, die immer noch nicht genug haben:
Der Tiroler Höhenweg führt in weiteren 6-7 Etappen bis nach Meran. Meine Freundin, die auch diesen Teil noch gewandert ist, hat mir gesagt, dass auch dieser Teil wunderschön und für berggängige Hunde geeignet ist.



Ein Beitrag von Brigitte
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